Die Folgen von Kinder-Diabetes

Wird bei einem Kind die Diagnose Diabetes gestellt, ist nichts mehr wie es war.
Der gesamte Tagesablauf der Familie verändert sich, denn der Diabetes muss konsequent behandelt werden, um Folgeschäden wie Erblindung, Amputation, Nieren- und Nervenschäden bis hin zum Diabetischen Koma zu verhindern.

Eine gute Behandlung erfordert, dass täglich mehrmals Insulin gespritzt werden muss. Bis zu 8 Injektionen am Tag, oft auch nachts, sind notwendig. So kann es ein, dass zuckerkranke Kinder bis zu ihrem 15. Lebensjahr 27.000 !!! mal eine Spritze ertragen müssen.

Vor jeder Spritze muss am Finger ein Blutstropfen entnommen werden, damit die Höhe des Zuckers im Blut gemessen werden kann.
Besonders kleine Kinder wehren sich gegen die Spritze, denn sie können den Sinn der Injektion nicht verstehen. Dennoch müssen die Eltern das lebensnotwendige Insulin spritzen. So kann sich jeden Tag aufs Neue ein Alptraum abspielen: das Kind läuft vor der Spritze weg, versteckt sich und muss festgehalten werden. Das belastet das Eltern-Kind-Verhältnis sehr. Viele Eltern sind schon nach einiger Zeit der lebenslangen Behandlung erschöpft und ausgebrannt.

In der Pubertät haben viele an Diabetes erkrankte Jugendliche große Probleme, die notwendige Therapie zu akzeptieren und vernachlässigen sie. Daraus resultieren häufig Angst und Schuldgefühle, was zu zusätzlichen psychische Problemen führen kann.

Aber das Spritzen von Insulin ist nur ein Teil der Behandlung. Ebenso wichtig ist die Umstellung der Ernährung. Das Essen muss abgewogen, berechnet und eingeteilt werden. Spontane Süßigkeiten gehören bei Kindern mit Diabetes der Vergangenheit an. Für die Mutter eines 4-jährigen zuckerkranken Mädchens ist dies eine der größten Belastungen: „wenn im Kindergarten spontan etwas gefeiert wird, sitzt meine Tochter tapfer aber traurig daneben und isst ihre eigene Mahlzeit“.

Die Belastungen bei den Kindern und den betroffenen Familien sind gerade nach der gravierenden Diagnose geprägt von Unsicherheit, Angst, Schmerz und dem Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen. Aber auch im „normalen“ Leben mit der Krankheit sind die Kinder und Familien Tag für Tag vielen zusätzlichen psychischen und sozialen Belastungen ausgesetzt, die weiteres Leid auslösen können. So berichtet zum Beispiel knapp die Hälfte der Familien von finanziellen Einbußen infolge der Krankheit. Auslöser ist zumeist die intensivere Betreuung des Kindes, was häufig in der Berufsaufgabe eines Elternteils mündet.